Band 2: Rudolf Borchardt und Martin Buber
Briefe, Dokumente, Gespräche 1907-1964. In Zusammenarbeit mit Karl Neuwirth hrsg. von Gerhard Schuster. 1991. Mit 6 Abb., 168 S., englische Broschur. Gesetzt in der Bembo und gedruckt von Wilhelm Gulde in Tübingen.
Enthält: Einleitung (Ludwig Greve zum Gedenken) - Rudolf Borchardt: Briefwechsel mit Martin Buber, 1908-1930 - Martin Buber: Das Buch Joram [Rezension], 1908 - Martin Buber: Briefwechsel mit Werner Kraft, 1917 - Rudolf Borchardt: Ankündigung einer Neuausgabe von Luthers Bibelübersetzung, 1927 - Das Buch Im Anfang. Verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig. Kapitel 1-2,4, 1930 - Martin Buber: Über die Wortwahl in einer Verdeutschung der Schrift, 1930 - Werner Kraft: Gespräche mit Martin Buber, 1945-1964 - Zu dieser Ausgabe - Anmerkungen - Namenregister - Werkregister Rudolf Borchardt - Werkregister Martin Buber.
Zwei bedeutende Übersetzer des 20. Jahrhunderts treffen aufeinander. Beide sehen sich vor die Aufgabe gestellt (und diese Aufgabe bildete das Gravitationszentrum ihrer jeweiligen Aktivitäten), einem modernen Lesepublikum ein großes seelisches Dokument der Menschheitsgeschichte neu zurückzugewinnen, das durch bisherige Übersetzungen in seinem eigenen Stil nur scheinbar bekannt war. Für Rudolf Borchardt handelt es sich um Dantes ›Divina Commedia‹, die Summe mittelmeerischer und mittelalterlicher Erfahrung. Für Martin Buber ging es um die »Weisung«, die Fünf Bücher Moses, und das um sie herum gesammelte biblische Schrifttum, den Ursprung aller jüdischen Welterfahrung. Beide wählten nicht den Weg der leichten und gefälligen Angleichung, der Anbiederung an den nur-modernen Leser: welche Spannweiten und Gegensätze sich bei diesen beiden großen Übersetzern jüdischer Herkunft auftun, entfaltet dieser Band - von der knappen Korrespondenz ausgehend - in Rezensionen, Programm und Gesprächen. Familiengeschichtliche, bildungsgeschichtliche und kulturpolitische Unterschiede der beiden Existenzen und ihrer jeweiligen Bekanntenkreise erhellen das aufregende Patt, mit dem der Briefwechsel auf seinem Höhepunkt schließt.

