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Publikationen

Rudolf Borchardt/Rudolf Alexander Schröder: Briefwechsel

Text. 1901-1918 und 1919-1945. Zwei Bände. In Verbindung mit dem Rudolf Borchardt Archiv Bearb. von Elisabetta Abbondanza. 2001. 740 und 707 Seiten, geb. je € 68,-. ISBN 3-446-18229-2 (alle drei Bände), ISBN 3-446-18019-2 (Text 1901-1918), ISBN 3-446-18020-6 (Text 1919-1945), ISBN 3-446-18027-3 (Materialien und Kommentar).

Briefpartner: Rudolf Borchardt, Rudolf Alexander Schröder, Karoline Borchardt, Dora Schröder, Marie Luise Borchardt geb. Voigt.

Inhalt: Rudolf Borchardt und Rudolf Alexander Schröder haben über fast fünf Jahrzehnte eine Korrespondenz geführt - zweifellos eine der großen Vermessungen jener dichterischen, politischen und kulturellen Problemfelder, die die erste Jahrhunderthälfte bestimmen und zugleich eine der vielfältigsten und spannungsreichsten Korrespondenzen der europäischen Moderne. »Sie sind nicht nur der letzte Freund den seit langer Zeit mein Schicksal mir hat gönnen wollen, sondern wol der letzte überhaupt, den ich in meinem Leben gewinnen werde. Mit derselben Festigkeit mit der ich Sie zu meinem Glücke und meiner Freude meiner innerlichen Tendenz anhängen sehe, mit derselben fühle ich mich an Ihrem Naturell und dem Geheimnis Ihres persönlichen Wesens angewachsen.« (An Schröder, 6. März 1910) Die Skala der Themen reicht von jeweils biographischen und werkgeschichtlichen Geständnissen über die unverblümte Einschätzung zeitgenössischer Autoren bis hin zu philologischen Einzelfragen aus der Tagesarbeit der beiden Übersetzer von Homer, Vergil oder Pindar. Aber die konservative Grundhaltung Schröders und Borchardts fordert immer auch Kommentare zu politischen Tagesereignissen zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik und dem nationalsozialistischen Terror bis zum Untergang der Deutschen Nation in den Bombennächten von 1944. Während Rudolf Borchardt aus italienischen Villendomizilen eine Kodifizierung aller ihn beschäftigenden Fragen liefert, entfaltet Rudolf Alexander Schröder, der erfolgreiche Innenarchitekt und Teilnehmer am Literaturbetrieb der zwanziger und dreißiger Jahre, seinen ganzen Charme als improvisierender Epistolograph, boshaft oder ironisch gebrochen, und dokumentiert nach 1933 die Prinzipien eines kämpferischen evangelischen Christen im Fluchtpunkt der »inneren Emigration« - bis der Ton ihres Austausches an Ernst und Verzweiflung zunimmt und sich bis zu Borchardts Tod im Januar 1945 das Politische in der Maske von Homer-Analysen ausspricht. Die zweibändige Edition versammelt alle bis jetzt ermittelten rund 350 Briefe mit ihren rekonstruierbaren Beilagen aus dem Zeitraum von 1901 bis 1945 und erschließt sie durch detaillierte Register.


Rudolf Borchardt/Rudolf Alexander Schröder: Briefwechsel 1901-1945. Materialien und Kommentar

Wie im Fall des Kommentars zum Briefwechsel zwischen Borchardt und Hofmannsthal [interner Link folgtmehr] enthält der Band eine Chronik der Begegnungen und Urteile, sämtliche Werktexte der Briefschreiber übereinander, den Einzelstellenkommentar zu den Briefen und die zugehörigen Materialien und Exkurse, den editorischen Bericht, ein interpretierendes Nachwort.