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Forschung

Gesammelte Werke 1955-2003

Die Edition der ›Gesammelten Werke‹, 1955 von Marie Luise Borchardt begonnen und bis zu ihrem Tod 1989 in der Funktion als Hauptherausgeberin auch angeleitet, konnte erst 2003 mit 16 Bänden (davon zwei revidierte Neueditionen) vorläufig abgeschlossen werden. Beteiligt waren im Laufe der Jahre die Mitherausgeber: Rudolf Alexander Schröder, Silvio Rizzi, Herbert Steiner, Ernst Zinn, Helmut Storch, Walter Simon, Ulrich Ott, Angelika Ott, Gerhard Schuster und Lars Korten (vgl. Grüninger 2002 Nr. 2a-o). [interner Link folgtmehr] Da mit der Werkausgabe ohne einen Nachlaßüberblick begonnen wurde, schwanken nicht nur die Editionsprinzipien. Auch die jeweiligen Bandinhalte lassen oft eine plausible Struktur vermissen; das macht die Benutzung selbst für interessierte Leser mühsam. Die Annotationen zu den Texten bleiben vielfach summarisch bis sparsam oder fehlen ganz. Nur vier Bände (›Übertragungen‹ 1958, ›Der leidenschaftliche Gärtner‹ 1968, ›Prosa VI‹ 1990, ›Prosa I‹ 2002) besitzen Register. Die Textgestaltung in den Bänden der fünfziger bis siebziger Jahre ist generell unzuverlässig und auch bei späteren Editionen in Rechtschreibung und Zeichensetzung stark normiert; außerdem wurde der Briefnachlaß für die Rekonstruktion der Textgenese nicht berücksichtigt. Der Einschätzung des Mitherausgebers Ulrich Ott, wonach »diese Lese- und Studienausgabe für tiefer Forschende immer der Ergänzung durch die Handschriften bedarf«, ist nur beizustimmen (Rudolf Borchardts Nachlaß. Marbach/Neckar: Deutsche Schillergesellschaft 1999 S. 5) – freilich mit der Einschränkung, daß die immerhin definierten Kriterien einer ›Studienausgabe‹ in keinem Fall erfüllt sind. Borchardts drei Anthologien ›Deutsche Denkreden‹ (1925; Grüninger 2002 Nr. 754), ›Ewiger Vorrat deutscher Poesie‹ (1926; Grüninger 755) und ›Der Deutsche in der Landschaft‹ (1927; Grüninger 756) sind im Editionsplan nicht enthalten.
  In einem ersten Schritt konnten 2002 und 2003 wenigstens die Bände ›Prosa I‹ von 1957 und die ›Gedichte‹ von 1956 textkritisch erneuert werden; zu einer entsprechenden weiteren Revision der (editorisch besonders heillosen) ›Reden‹ von 1955 und der ›Erzählungen‹ von 1956 fand sich der Verlag Klett-Cotta nicht bereit. Inzwischen wird ein Gesamtregister zu dieser Edition vom Rudolf Borchardt Archiv für die Reihe der ›Borchardt Forschungen‹ vorbereitet. [interner Link folgtmehr