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Publikationen

Band 3: Rudolf Borchardt: Bacchische Epiphanie

Textkritisch hrsg. und mit einem Nachwort von Bernhard Fischer. 1992. 208 S., englische Broschur. Gesetzt in der Garamond und gedruckt von der Offizin Chr. Scheufele, Stuttgart. Mit einem verkleinerten Faksimile des Typoskripts (TS) von 1923 als Beilage. Der Schutzumschlag verwendet die Handschrift KP-G aus dem Rudolf Borchardt-Nachlaß als Motiv.

Enthält: Bacchische Epiphanie (1901) - Bacchische Epiphanie (1903/04) - Bacchische Epiphanie (1904/05-1912) - Zu dieser Ausgabe - Überlieferung - Apparat - Zeugnisse - Stellenkommentar - Wortindex - Nachwort.

Die ›Bacchische Epiphanie‹ steht im lyrischen Œuvre Rudolf Borchardts auf großartige Weise isoliert. In der Regel peinlich darauf bedacht, die Spuren des dichterischen Prozesses zu verwischen, hat der Autor nur in diesem Fall ein umfangreiches Konvolut von Entwürfen aufbewahrt, das mehr als fünfzehn Jahre Produktionszeit spiegelt und mit Unterbrechungen den Zeitraum von 1901 bs 1920 umfaßt. Der Text bleibt dabei, im Gegensatz zum ›Buch Joram‹, nichts weniger als eine »gelassen verwahrte Angelegenheit des Verfassers mit sich selbst«. Wieder und wieder wird das Gedicht, von Lebenskrisen Borchardts vorangetrieben, neu und anders gefaßt. Die Erstpublikation im Band der ›Vermischten Gedichte‹ 1924 erfolgt in jedem Sinn verspätet. Sie trifft auf einen Literaturbetrieb, der pindarisierenden »großen« Formen so wenig mehr gerecht werden konnte wie der humanistischen Hermetik des Themas. - Die hier vorlegte textkritische Edition des gesamten erhaltenen Manuskriptbestandes bietet die drei vollendeten, aber ihrer Intention nach völlig voneinander abweichenden Fassungen, ergänzt um Briefzeugnisse, Stellenkommentar und Wortindex. Zugleich entwickelte der Apparat am Beispiel eines philologisch einzigartigen Überlieferungsreichtums neue Möglichkeiten der übersichtlichen Präsentation komplizierter Variantenprozesse. Ein Essay interpretiert das sich radikalisierende poetische Verfahren Borchardts und würdigt die ›Bacchische Epiphanie‹ im Entwicklungszusammenhang mit der Idee »schöpferischer Restauration«, als einen der zentralen lyrischen Texte der deutschen Moderne.