Band 4/5: Über den Dichter und das Dichterische
Drei Reden von 1920 und 1923. Aus dem Nachlaß hrsg. von Gerhard Neumann, Gerhard Schuster und Edith Zehm. Mit einer Dokumentation sämtlicher Reden Borchardts 1902-1933 von Gerhard Schuster. 1994. Gesetzt in der Janson und gedruckt von Wilhelm Gulde in Tübingen. Mit 12 Abb. 318 S.
Enthält: Gerhard Neumann: Dichter, Herr und Improvisator. Rudolf Borchardt als Redner - Rudolf Borchardt: Der Dichter und das Dichterische. Rede vom 23. März 1920 - Der Dichter und das Dichterische. Rede vom 30. März 1920 - Über den Dichter und das Dichterische. Rede vom 20. Juni 1923 - Gerhard Schuster: Rudolf Borchardts Reden 1902-1933. Eine Dokumentation - Abbildungen - Zu dieser Ausgabe - Abkürzungen - Überlieferung - Varianten und Texteingriffe - Kommentar - Namenregister - Werkregister Rudolf Borchardt.
Kaum ein Dichter des 20. Jahrhunderts hat so viele Reden gehalten wie Rudolf Borchardt. Einige der über siebzig Ansprachen wurden nach Stenogrammen oder Notizblättern gedruckt, aber die Mehrzahl ist für immer verklungen. Mit diesem Band können die Stenogramme dreier Reden in textkritischer und erläuterter Edition vorgelegt werden. Gerhard Neumanns Essay würdigt die Reden als Kulturtheorie ebenso wie nach ihrer Stellung in der rhetorischen Tradition seit Adam Müller und Fichte: »Borchardts Vorträge sind singuläre Dokumente einer gegen den Zeitgeist gewendeten Poetologie. Sie bieten in ihrem sprachlichen Gestus wie in ihrem rednerischen Impetus, die Inszenierung eben jenes Dichterischen, das in der ›Moderne‹, nach Borchardts Auffassung durch das ›Grauenhafte‹ von Literatur, Literatentum und Literarisierung der Kultur aus der Welt verdrängt wurde.«

