Titan. Mitteilungen des Rudolf Borchardt Archivs
Redaktion: Gerhard Schuster und Friedrich Pfäfflin.
Rotthalmünster: Edition Tenschert und München: Stiftung Lyrik Kabinett. Jeweils ca. 32-164 Seiten, englische Broschur, Preis je nach Umfang und Ausstattung € 15,- bis 20,-. Gesamtherstellung: Druckerei Gulde, Tübingen; Prägung: Oskar Imberger und Söhne GmbH, Stuttgart. Gedruckt mit Unterstützung der Stiftung Insel Hombroich in einer Auflage von 500 bzw. 750 Exemplaren.
An Zeitschriftenplänen hat es Rudolf Borchardt zeitlebens nicht gemangelt, und sie alle sind gescheitert. Rund ein Dutzend hat er vom ›Deutschen Merkur‹ 1905 bis zu einer Zweimonatsschrift namens ›Interregnum‹ noch 1937 erwogen. Sein Lieblingsplan ist zweifellos der ›Titan‹ von 1919 – ein Ideengewimmel im Zeichen von Jean Paul, für das er auch Hugo von Hofmannsthal zu gewinnen sucht: »Du weisst, mein Teurer, was ich will – nicht unschädliche Almanachmacherei als Confektschale und nicht unsere alte Hesperus-Trimurti mit der Prätention ihrer Unnahbarkeit. [...] Alles neu – der Stil, die Gedanken, die Kunst, die Kraft und Ausdauer, der zu Ende führende Wille, die seelische Materie, der Begriff der Welt, der Rhythmus, Leib und Seele, alles endlich endlich einmal seiner Jugend und Energie völlig gemäss.« (An Hugo von Hofmannsthal 2. August 1919, Briefwechsel RB/Hofmannsthal 1994. Text, S. 258, 256f.)
Das öffentliche Interesse an Rudolf Borchardt und seinem Werk hat heute so sehr zugenommen, daß ein eigenes Periodikum für diesen Autor gerechtfertigt erscheint. Durch die Recherchen der Mitarbeiter des Rudolf Borchardt Archivs und die seit 2003 in Zusammenarbeit mit der Stiftung Insel Hombroich stattfindenden Forschungsklausuren [
mehr] konnten zahlreiche Dokumente zu Leben und Werk geborgen und Sachverhalte ermittelt werden, die der Edition und Analyse bedürfen. Parallel zu den Kommentarbänden der Briefausgabe [
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mehr] bietet der ›Titan‹ künftig mindestens viermal jährlich kleinere Abhandlungen, die jeweils einem Thema gelten – ein Forum der kritischen Kennerschaft und ein Instrument für die materialgestützte Forschung, kein Organ einer gläubig aufschauenden Gemeinschaft.

