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Publikationen

Lars Korten:
»Gefährlich für jeden der sie nicht hütet.« Rudolf Borchardts ›Jamben‹ 1935/36 (Mai 2005).

Mit einem Faksimile der Handschrift des Gedichts ›Pater Patriae‹. Gesetzt in der 10 ½ 13. Bembo der Monotype Ltd. von 1929. ISBN 3-92983-06-2. € 10,-.

Rudolf Borchardts ›Jamben‹ bilden die letzte große Gedichtgruppe des lyrischen Gesamtwerks und sind zugleich ihr Gipfelpunkt: zuerst 1967 in vorläufiger Form aus dem Nachlaß herausgegeben, gelten diese Gedichte in der textkritisch bis heute kaum nachvollziehbaren Vielfalt ihrer handschriftlichen Überlieferung und einer anspielungsreichen Fügung als »schwierigstes« Vermächtnis des Autors. In der Form eines Werkstattberichts über die seit 2001 entstehende Faksimile-Edition des gesamten Komplexes bietet Lars Korten eine philologisch abgesicherte Übersicht über das Material, seine Genese, dichterische Form und zyklische Ordnung. Neben einer Borchardt-Chronik mit den Lebensumständen der Entstehungsjahre 1935/36 und Hinweisen auf die Kommentierungsfragen enthält die Dokumentation auch bisher unveröffentlichte Aufzeichnungen von Werner Kraft, der die Eindrücke seiner ›Jamben‹-Lektüre im Tagebuch zwischen 1961 und 1976 festgehalten hat. Eine Bibliographie der bisherigen Forschung schließt das Heft ab.

Der Autor: Lars Korten (geb. 1977), wissenschaftlicher Angestellter am Institut für neuere deutsche Literaturwissenschaft der Christian-Albrechts-Universität Kiel, u.a. mit Gerhard Schuster Herausgeber der ›Gedichte‹ Rudolf Borchardts (Stuttgart: Klett-Cotta 2003).


Johannes Saltzwedel:
»Die üblichen Spiegelfechter«. Rudolf Borchardts Invektiven (Mai 2005).

Gesetzt in der 10 ½ 13. Bembo der Monotype Ltd. von 1929. ISBN 3-92983-07-0. € 10,-.

Eifernd, eigensinnig und mit aller Macht des kämpferischen Wortes ist Rudolf Borchardt zeitlebens öffentlich aufgetreten. Gestalten ersten Ranges wie Stefan George oder Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, aber auch Tagesgrößen und Übersetzer-Konkurrenten begegnete er virtuos höhnend, in strengem Richterton oder auch mit finsterer Erbitterung. Diese erste Übersicht seiner Invektiven gruppiert Gegner und Stilgebärden, stellt die Angriffe in ihren Kontext und versucht sie als dichterische Handlungen in antiker Tradition zu würdigen. Ein Register der Geschmähten umreißt den weiten Horizont von Borchardts polemischer Energie.

Der Autor: Johannes Saltzwedel (geb. 1962), studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Geschichte in Tübingen und Oxford. Neben dem Buch ›Das Gesicht der Welt. Physiognomisches Denken in der Goethezeit‹ (München: Wilhelm Fink 1993) hat er einige Charakteristiken und Quellenstudien veröffentlicht. Er ist Redakteur im Kulturressort des ›Spiegel‹ in Hamburg.

Dorit Krusche:
»Das Kind der allzu großen Stadt.« Bilder aus Rudolf Borchardts frühen Jahren in Berlin 1882 bis 1886. Mit einem Bilderbogen ›Bilder aus Borchardts frühen Jahren in Berlin‹ (September 2005).
Gesetzt in der 10 ½ 13. Bembo der Monotype Ltd. von 1929. ISBN 3-92983-08-9. € 15,-.

Die Autobiographie ›Rudolf Borchardts Leben von ihm selbst erzählt‹ entstanden 1926/27, gehört neben Walter Benjamins ›Berliner Kindheit um Neunzehhundert‹ aus den dreißiger Jahren zu den am häufigsten zitierten Erinnerungsbüchern einer Generation, deren Erlebnisraum von der Gründerzeit bis zum Nationalsozialismus reicht. Anders als bei den verschwommenen poetischen Bildern Benjamins bietet Borchardt neben äußerster sprachlicher Präzision eine Fülle von historischen und biographischen Details, die bis heute noch keine Kommentierung beleuchtet. Nach umfangreichen Archivstudien wird hier erstmals ein topographischer Blick auf das wilhelminische Berlin geboten, dem Borchardts Schilderung gilt: nicht nur als eine Folge von zumeist noch unveröffentlichten Bauplänen und Photos der erwähnten Wohnhäuser und Lebensorte, sondern auch als Beschreibung jener Kindheitsstationen zwischen 1882 und 1886, die Borchardts Text interpretiert.

Die Autorin: Dorit Krusche (geb. 1969), Studium der Germanistik und Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Betreut derzeit die Erschließung des Verlagsarchivs Piper im Deutschen Literaturarchiv Marbach am Neckar. Publikationen zur DDR-Literatur, Gottfried Benn und Ina Seidel, Ricarda Huch.

Roland Stark:
»Solange quäl ich mich damit, es ist ein Martyrium.« Rudolf Borchardt und sein Verleger Julius Zeitler 1898 bis 1907. Ein Dissens (September 2005).
Gesetzt in der 10 ½ 13. Bembo der Monotype Ltd. von 1929. ISBN 3-92983-09-7. € 15,-.

Die Geschichte der Unstimmigkeiten zwischen Rudolf Borchardt und seinen Verlegern ist lang und kompliziert. Julius Zeitler (1874-1943), Kommilitone Borchardts in Bonn 1897/98, erlebt – und erleidet - mit seinem 1904 in Leipzig gegründeten Verlagsunternehmen als erster Verleger die Schwierigkeiten des Umgangs mit diesem Dichter. Der Dissens zwischen beiden endet nicht nur mit einer persönlichen Entfremdung; er schließt auch den grundsätzlichen Konflikt zwischen Kommerz und schöpferischen Problemen ein, verlegerischem Konkurrenzkampf und sanguiner Autorenhoffnung auf den »Durchbruch« beim Publikum. Roland Stark analysiert auf Grund der überlieferten Zeugnisse vor allem die skandalträchtige, seinerzeit halböffentlich viel besprochene Druck- und Verlagsgeschichte von Borchardts berühmter ›Rede über Hofmannsthal‹ aus dem Jahr 1907 – mit ihrer jahrzehntelangen Auswirkung auf beider, Borchardts und Zeitlers, Lebenslauf. Bisher unveröffentlichte Briefe von Hugo von Hofmannsthal, Julius Zeitler, Otto Deneke und Abschnitte aus den nachgelassenen Erinnerungen von Dora Zeitler über Rudolf Borchardt schließen sich an. 

Der Autor: Roland Stark (geb. 1933), studierte Wirtschaftswissenschaften und arbeitete bis 1998 in verschieden Unternehmen. Parallel dazu und nach Ende der Berufstätigkeit Publikationen, Vorträge und Ausstellungen zur Kinder- und Jugendliteratur seit 1900, Buchkunst und Verlagswesen, u. a. die Jahresausstellung mit Katalog über ›Fitzebutze. 100 Jahre modernes Kinderbuch‹ im Schiller-Nationalmuseum Marbach (Marbach: Deutsche Schillergesellschaft 2000), ›Trio der Malerpoeten. Gustav Gamper, Hermann Hesse, Ernst Kreidolf‹ (Gaienhofen 2003; Beiträge des Hermann-Hesse-Höri-Museums), ›Die Dehmels und das Kinderbuch‹ (Nordhausen: Bautz 2004), zuletzt ›Ernst Kreidolf. Der Malerpoet und seine Verleger‹ (Frauenfeld: Huber & Co. 2005), ›Lieder & Larifari. Hermann Hesse und Otto Blümel. Eine Künstlerfreundschaft‹ (Gaienhofen 2005; Beiträge des Hermann-Hesse-Höri-Museums).