Einen großen Teil von Borchardts schriftstellerischer Produktivität nimmt seine Korrespondenz in Anspruch. Bedingt durch die räumliche Trennung von Deutschland, hat er seinen Freunden und Gegnern über Jahrzehnte stets lange Briefwechsel zugemutet und abgefordert; dieser Teil seines Schaffens steht heute, auch seinem Umfang nach, gleichberechtigt neben den Bänden der Werkausgabe: »Und ich bin leider kein pünktlicher sondern ein sehr launischer Briefschreiber, ja werde es mehr und mehr, da ich Niemanden finde oder festhalte, der mit mir den altmodischen Begriff vom Briefe teilt, und dem wie mir die Heftigkeit des Temperaments, die naive Lust an Mitteilung des ganz Augenblicklichen den Bedacht und die Bedenken erspart, die Zeit kosten.« (RB an Hugo von Hofmannsthal, 4. März 1907; Briefwechsel RB/Hofmannsthal 1994. Text. S. 54)

