1895
18.-23. Februar: Reifeprüfung in Wesel.
April: Zum Sommersemester Immatrikulation an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, Studium der klassischen und orientalischen Philologie, der Archäologie und Theologie. Lehrer: Hermann Diels, Johannes Vahlen, Adolf Kirchhoff, Otto Hirschfeld, Botho Graef, Franz Winter, Albrecht Friedrich Weber, Friedrich Heinrich Dieterici u.a.; RB hört auch Vorträge Heinrich von Treitschkes und Herman Grimms.
seit Herbst: Erlebnis der Inszenierungen von Otto Brahm im ›Deutschen Theater‹.
Pläne und Manuskripte: Gelegenheitsgedichte, ein Drama ›Tantalus‹ entworfen.
1896
6. Mai: Immatrikulation an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Konzentration auf klassische Philologie und Archäologie, daneben Germanistik und Ägyptologie. Lehrer während der fünf Bonner Semester bis zum Sommer 1898: Franz Bücheler, Hermann Usener, Georg Loeschcke, Alfred Körte, Alfred Wiedemann, Heinrich Nissen, Berthold Litzmann, Carl Justi u. a. – Wohnungen im Sommersemester 1896 Bonnerthalweg 24, seit Wintersemester 1896/97 Koblenzerstraße 66.
Veröffentlichung: ›Zehn Gedichte‹ (Privatdruck Bonn: Jean Trapp [Dezember] 1896).
1897
seit Frühjahr: Freiwillige Mitarbeit in der Universitätsbibliothek, dafür Magazinzugang.
seit Mai: Mitglied des ›Philologischen Seminars‹. Kommilitonen u.a. Rudolf Weynand, Carl Watzinger, Karl Mittelhaus, Karl Vollmöller, Julius Zeitler, Richard Delbrück; Kontakt mit Ludwig Coellen.
Frühsommer: Nach RBs späterer Darstellung umwälzende erste Wirkung der Schriften Johann Gottfried Herders.
seit Oktober: In Pension bei Therese und Grete Leo, Königstraße 30, den Schwestern des (mit der Familie Borchardt entfernt verwandten) Latinisten Friedrich Leo.
Pläne und Manuskripte: Das Gedicht ›Dur (Junge Frau). Aus dem Altholländischen‹ im Zusammenhang mit Aktivitäten RBs in einer studentischen Verbindung.
1898
Februar: Lektüre der Werke Hugo von Hofmannsthals (Gedichte, ›Das Kleine Welttheater‹).
Frühjahr: Mitglied im 1896 gegründeten ›Dramatischen Verein‹. Bekanntschaft mit Julius Zeitler (1874-1943).
9./10. April: Während der Osterferien in Berlin bei dem Malerehepaar Reinhard und Sabine Lepsius Bekanntschaft mit Ernst Hardt (1876-1947) und durch ihn Eindruck vom Werk Stefan Georges.
9. Juli: Vermittlung einer Lesung Hardts (Gedichte von George und Hofmannsthal) im ›Dramatischen Verein‹. Nach dem skandalösen Mißerfolg noch vor Semesterende Aufbruch nach Italien.
Juli bis Oktober: Aufenthalt u.a. in Oberitalien, Toskana (Pisa, Arezzo, Florenz), Venedig [
mehr] und Verona.
3. November: Immatrikulation in Göttingen. Lehrer: Friedrich Leo (1851-1914), Georg Kaibel (1849-1901), Carl Dilthey (1839-1907) u. a.
Wohnung: Im Wintersemester 1898/99 Schildweg 36, dann Bertheaustraße 26. Verkehr im Hause des Latinisten Friedrich Leo (1851-1914) und seiner Frau Cécile geb. Hensel (1858-1928). Freundschaftlicher Umgang: Walther Brecht (1876-1950) und Julius Landmann (1877-1931). Hinwendung zur zeitgenössischen deutschen Literatur, vor allem Lektüre englischer, italienischer und französischer Dichter des 19. Jahrhunderts. Studium der deutschen Romantiker.
Pläne und Manuskripte: ›Zehn Gedichte. Neue Folge‹, Betrachtungen über Herman Grimm, Aufsatz über Friedrich Hölderlin, Gedichte ›Anemonen‹ (10./11. April), »Auf schweren sohlen wandelnde geschicke...« (1896/98?), ›Knabenschwermut‹ (?), Arbeit an einer Dissertation über Gattungen griechischer Lyrik.
Veröffentlichung: ›Wiener Dichter in Bonn‹ (Bonner Zeitung, 24. Mai 1898).
1899
Frühjahr: Kurze Reisen u. a. nach Berlin, England und Italien, hohe und niedere Minne.
Freundschaften: Otto Deneke (1876-1956), Heinrich Goesch (1880-1930), Eduard Lisco (1879-1941), Reinhard Lüdicke (1878-19?), Fritz Breucker (1878-19?x) und Viktor Manheimer (1877-19?).
8. Juni: Seminarreferat bei Friedrich Leo über den antiken Hylas-Mythos, insbesondere bei Properz [
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ab September: Wohnung im Haus Burgstraße 21. Bevorzugter Gast der Familie Leo.
November: Italienreise.
Pläne und Manuskripte: ›Heroische Elegie‹ (Juli), ›Gesang im Dunkeln‹, ›Pargoletta‹.
Veröffentlichung: Nekrolog auf den Schauspieler Hermann Müller (Die Zeit, 8. April).
1900
Frühjahr: Liebeswirren um Agnes Kaibel (1881-193?), die Tochter des Göttinger Gräcisten Georg Kaibel (1849-1901).
15. Mai: Exmatrikulation. Weiterarbeit an der geplanten Dissertation.
Juli: Versendung der ›Heroischen Elegie‹ an Hugo von Hofmannsthal, Stefan George, die Herausgeber der Zeitschrift ›Die Insel‹, Ricarda Huch u.a., aber auch an Algernon Charles Swinburne, Henri Regnier und Giovanni Pascoli.
seit Ende August: Aufenthalt im walisischen Ort Llandaff bei Cardiff, später in Royal Tunbridge Wells.
seit September: Nach Ferienwochen am Wannsee Liebesbriefwechsel und halbes Verlöbnis mit Käthe Rosenberg (1883-1960).
29. September bis 1. Oktober: Aufenthalt in Weimar mit Otto Deneke (Besuch der Goethe-Stätten und des Nietzsche-Archivs).
seit Oktober: Der Freund Heinz Pringsheim (1882-1974), Bruder von Katia Mann geb. Pringsheim, studiert in Göttingen. Pistolenduell RBs mit dem Kommilitonen Erich Loß (1878-1941) wegen einer Eifersuchtsaffaire.
Lektüre: deutsche, englische und französische Zeitschriften und Neuerscheinungen.
Pläne und Manuskripte: ›Das Gespräch über Formen‹ (Oktober), Gedichte u. a.: ›Idyllische Elegie‹, ›September-Sonette I-II‹ (September), ›Nebel-Haus I-II‹ (November), ›Der traurige Besuch‹, ›Sonnet an die Zukunft‹ (Dezember), ›Pargoletta‹, ›Gesang im Dunkeln‹(?), ›Sonett‹ [»O strenge Ferne! Morgengraues Feld!«], ›Hausgeist‹, ›Ballade von Wind, Schlaf und Gesang‹ [
mehr], ›Der traurige Besuch‹, ›Tauben‹ (Dezember). Erste Übertragung nach Swinburne: ›Parodos aus Atalanta in Calydon‹ (Dezember).
Veröffentlichungen: ›Heroische Elegie‹ (Privatdruck, Juli).
1901
Februar: Gesundheitlicher Zusammenbruch, wochenlange Pflege im Göttinger Diakonissenstift ›Alt-Bethlehem‹. Als Privatdruck die ›Pathetische Elegie‹, unter den Empfängern ist neben Hofmannsthal, der RB daraufhin zu sich nach Rodaun einlädt, auch Rudolf Alexander Schröder. Verbindung mit der Zeitschrift ›Die Insel‹ in München.
April bis 7. Oktober: Kuraufenthalt in Bad Nassau, Begegnung mit Margarete Ruer (»Vivian«), an sie zahlreiche Gedichte und Liebesbriefe.
17. bis 30. September: Reise zu »Vivian« nach Bad Pyrmont.
seit Oktober bis Weihnachten: Aufenthalt im Berliner Elternhaus, Kronprinzenufer 5.
Pläne und Manuskripte: Erstfassung der ›Bacchischen Epiphanie‹ (bis Februar), Erzählung ›Die Augen der Büste‹ (Juli), Arbeit an der Dissertation, Gedichtsammlung ›Das Buch Vivian‹, Gedichte u. a. ›Sonett auf die Tanzende‹, ›Schwestern‹, ›Fluchtgedanken‹, ›Melodische Elegie‹, ›Schlechter Tag‹, ›Mit Narzissen‹, ›Mit Margriten‹, ›Letzte Rosen‹, ›Abschied‹, ›Autumnus I-X‹, ›Vor dem Ende‹, »Noch mehr? Und was denn mehr? Und welche Spenden...«, ›Lieder aus den drei Tagen‹ (bis 1912), ›Kürzester Tag‹, ›Tiefe und Höhe I-IV‹, ›Nadir‹. ›Gestalten aus einem Hochzeitsspiel. Otto und Hedwig Deneke zum 9. September 1901‹. Versdrama ›Morain von Seeland oder Rosabel und der verstörte König‹ (November).
Veröffentlichungen: ›Pathetische Elegie‹ (Privatdruck, Februar). Im Juli-, August- und Septemberheft der ›Insel‹: ›Drei Gedichte. Aus dem Buche Vivian‹, ›Sechs Sonnette‹, ›Pathetische Elegie‹, ›Heroische Elegie‹ und ›Saturnische Elegie an Vivian‹ (auch als Privatdruck, Mai).
1902
Januar: Zerwürfnis mit dem Vater in Berlin wegen verweigerter Monatszahlungen. Über Göttingen Reise nach Wien.
17. Februar: Erster Besuch bei Hofmannsthal in Rodaun, vom 21. bis 28. Februar sein Wohngast; gemeinsame Pindar-Lektüre. [
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bis Mai: Aufenthalt in Wien, Baden und Hietzing. Bekanntschaft und Umgang u. a. mit Richard Beer-Hofmann, Arthur Schnitzler, Hermann Bahr, Rudolf Kassner, Houston Stewart Chamberlain, dem klassischen Philologen Hans von Arnim und dem Philosophen Rudolf Maria Holzapfel. [
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11. April: Abgewiesener Heiratsantrag bei Margarete Ruer.
seit Mitte Mai: Mit Unterstützung von Otto Deneke bis Jahresende Aufenthalt in Göttingen. RB erteilt aus Geldgründen kunsthistorischen Privatunterricht.
8. September: Auf Einladung der neugegründeten ›Göttinger Literarischen Gesellschaft‹ RBs ›Rede über Hofmannsthal‹ im Otfried-Müller-Haus.
seit Weihnachten: Aufenthalt bei Walther Brecht in Berlin. Finanzsorgen. Künftige Unterstützung durch die Familie wieder erreicht.
Pläne und Manuskripte: ›Notizen über Klingers Beethoven‹ (April), Prosaskizze ›Dramatische Absichten‹ (November), ›Rudolfi Borchardt Vita‹ (?), Gedichte ›Sonett auf sich selbst‹ [
mehr], ›Sie sagt im Gehen‹, ›Klage der Daphne‹ (Entwurf?), ›Im Tone des Volkes I: Falsche Zungen‹, ›An Richard Beer-Hofmann‹, ›Sestine der Sehnsucht‹, ›Ja und Nein‹, ›Auf die Rückseite eines Handspiegels‹, ›Sonett auf sich selbst‹, ›Tagelied‹ (bis 1912). Essay ›Epilog zur »Insel«‹.
Veröffentlichung: ›Rede über Hofmannsthal‹ im Verlag Lüder Horstmann, Göttingen (der Satz jedoch abgebrochen), Gedichte in der ›Insel‹ (September).
1903
seit Ende Januar: Aufenthalt in Florenz. Typhus-Erkrankung, Pflege im Armenspital ›Casa delle suore tedesche‹, Via San Niccolò 73.
seit Juni: Rekonvaleszenz in Bagni di Lucca. Verlobung mit der Gouvernante Margaret Musgrave. Topographische und historische Studien; Lektüre Dantes, der Provençalen und des deutschen Minnesangs.
seit September bis März 1904: Krank in Pisa im ›Ospedale di Santa Chiara‹ am Domplatz. Mittelalter-Studien. Beschäftigung mit Hegels Gesamtwerk und Benedetto Croces ›Estetica come scienza dell' espressione e linguistica generale‹ von 1902. Wanderfreundschaft mit dem Schweizer Architekten Rudolf Gaberel (1882-1967).
Oktober: In der Kirche S. Frediano in Lucca Idee zum Drama ›Die Päpstin Iutta‹.
Pläne und Manuskripte: Gedichte u. a.: ›Mit Erdbeeren und einer Schale‹ (Februar, bis 1905), ›Das Mädchen liest das Buch und spricht‹, ›Nelke im Glase‹, ›An Hofmannsthal‹ (September), ›Schlechter Tag‹.
1904
10. Januar: Hörer der Antrittsvorlesung von Giovanni Pascoli (1855-1912) an der Universität Pisa, vielleicht persönliche Verbindung. Austausch mit dem Romanisten Francesco Bonamici (1836-1921) und dem Juristen Adolfo Zerboglio (1866-1952).
ab 3. April: Aufenthalt in Volterra. Umgang mit dem Historiker Tommaso Gallarati Scotti (1878-1966), dem Kunsthistoriker Corrado Ricci (1858-1934) und dem Bildhauer Luigi Albino Funaioli (1830-1906). Archivstudien, Geldsorgen.
Mai: In San Gimignano erste Begegnung mit der aus Heidelberg gebürtigen jüdischen Malerin Karoline Ehrmann (1873-1944), Bekanntschaft mit deutschen, holländischen und englischen Gelehrten und Künstlern im dortigen ›Albergo Nazionale‹.
Juli: Versuch RBs, die ›Insel‹-Hefte von 1901 mit seinen Beiträgen aus dem Handel zu ziehen.
November: Aufenthalt in Florenz, Begegnung mit Carlo Fasola (1862-1942), Corrado Ricci, Ernst Sattler (1847-1921), Bernard Berenson (1865-1950) u.a.
Pläne und Manuskripte: Entwurf des Dramas ›Verkündigung‹, Erstfassung des Versepos ›Der Durant‹, Zusammenstellung der ›Gesammelten Gedichte‹, Prosastück ›In Memoriam [Emilie Leo]‹, Gedichte ›In Memoriam‹ [Emilie Leo], ›Verse nach Betrachtung von Landschafts-Zeichnungen geschrieben‹, ›Val d´Elsa‹, ›Märzwiese‹, Übertragungen nach Dante-Gedichten.
Veröffentlichung: Polemik ›L´Italia derubata e i musei stranieri. Lettera a Giacomo Boni‹ mit nachfolgender Debatte italienischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger über Kulturgut-Schutz (La Tribuna, 29. Oktober 1904).
1905
seit 16. Dezember 1904 bis April: Aufenthalt in Bozen, ›Hotel Post & Gasthof zum Erzherzog Heinrich‹. Wiederbegegnung mit Karoline Ehrmann und ihrem Bruder Eugen Ehrmann (1867-1946). Zögernd Heiratsabsichten.
seit April: Aufenthalte in Venedig und München.
Mai bis August: Wieder in den Volterraner Maremmen und in S. Gimignano. Freundschaft mit dem Maler Engelbert Weiner (1872-1918), der RB porträtiert. Studien zur Geschichte der Region seit der Antike.
September/Oktober: Rückkehr nach Deutschland über Basel, dort Besuch bei Julius und Edith Landmann. Aufenthalte beim Verleger Julius Zeitler (Leipzig), danach bei Friedrich Wolters und Berthold Vallentin in Berlin-Niederschönhausen (Korrespondenz bis 1910).
13. November: Aufbruch nach Basel. Wohnung bis Mai 1906 in Arlesheim (Lochbrunner Hof). Verkehr mit Julius und Edith Landmann (Korrespondenz bis 1911), Rudolf Burckhardt, Rudolf Wackernagel, Elisabeth Bernoulli, Robert Boehringer und ihrem Freundeskreis. RB erteilt griechische Privatstunden.
Pläne und Manuskripte: ›Eine Antwort‹ auf Hofmannsthals Chandos-Brief (Januar), Übersetzung ›Platons Lysis Deutsch‹ abgeschlossen, Privatdruck der ›Bacchischen Epiphanie‹ in der zweiten Fassung geplant, Abhandlung ›Versuch über die vorflorentinische Kultur Toskanas‹, Epyllion ›Die Beichte Bocchino Belfortis‹ entworfen (Februar), kulturkritische Monographie ›Wege nach Alt Deutschland‹, Übertragungen nach Dante, Pindar und Walter Savage Landor mit Einleitungsessay ›Walter Savage Landor‹, Gedichte ›Brief‹ [an Walther Brecht] (Januar), ›Neues Gefallen‹, ›Abschied vom Sonett‹ (bis 1912), ›Weide‹, ›Magnolie des Herbstes‹ (Oktober), Übertragung ›Helena Spartas Königin‹ nach Rossetti, »Wasserflut mag Liebe nicht ersticken...«, Weiterführung der ›Rede über Hofmannsthal‹. Zeitschriftenplan ›Deutscher Merkur‹, dazu Mitarbeitersuche (seit Herbst).
Veröffentlichungen: ›Das Gespräch über Formen und Platons Lysis Deutsch‹ (Leipzig: Julius Zeitler [Juni]), ›Mit Erdbeeren und einer Schale‹ und ›Dantes letzte Canzone‹ (›Gesamtverzeichnis‹ des Zeitler-Verlags, Dezember), ›Geschichte des Heimkehrenden (Das Buch Joram)‹ (Privatdruck, Basel: Schweizerische Verlags-Druckerei [Weihnachten]).
1906
Januar: Versendung von Widmungsexemplaren der ›Geschichte des Heimkehrenden (Das Buch Joram)‹ an Hugo von Hofmannsthal, Hermann Hesse, Gustav Frenssen, Otto Deneke, Paul Sturm, Walther Brecht, Franz Blei u. v. a.
12. Januar: Absagebrief RBs an Stefan George.
März bis Mai: Aufenthalte in Leutstetten am Starnberger See bei Karoline Ehrmann und in München, dort Verbindung zu Friedrich von der Leyen (1873-1966) und Franz Blei (1871-1942). Finanzielle Unterstützung durch Landmanns gewährleistet.
5. Juli: Heirat mit Karoline Ehrmann in London. Rückreise über Heidelberg, Worms [
mehr] und Basel nach Italien, wo sich RB mit seiner Frau bis 1914 endgültig niederläßt.
Anfang August: Einzug in die Villa Sardi di Vallebuia bei Lucca.
Oktober: Wiederanknüpfung der Beziehungen zu Hofmannsthal. Arbeit an der ›Rede‹.
Pläne und Manuskripte: Im Frühjahr Verhandlungen mit Verlegern (Axel Juncker, Cotta) wegen einer Sammlung der Gedichte und zweier Epen: ›Der Durant. Ein Gedicht aus dem männlichen Zeitalter‹ und ›Die Beichte Bocchino Belfortis‹. Pläne zu zwei Monographien: ›Deutschland und das dritte Italien/Kulturgeschichtliches zur Lage‹ für Julius Zeitler und auf Anraten Franz Bleis ›Horaz‹ für den Verlag Bard Marquardt & Co. begonnen, Essays: ›Kamelien‹ (Winter) und ›Versuch über Heine‹, politisches Überblickswerk ›Weltfragen‹ (seit Dezember), Gedichte u. a. ›Vallebuia‹, ›Syrinx. An die Frau [Karoline Borchardt]‹, ›Nonsense‹ (1906/07), ›Im Tone des Volkes II: Herzbruder‹, ›Lucchesische Kastanien‹.
Veröffentlichungen: Essay ›Pascoli‹, ›Worms. Ein Tagbuchblatt‹ [
mehr], die Gedichte ›Pargoletta‹ und ›Ballade von Wind, Schlaf und Gesang‹ [
mehr] im ›Deutschen Almanach auf das Jahr 1907‹ (Leipzig: Julius Zeitler [Dezember]).

